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Apr-Nov, 2021
Eine Schicht um die Andere

Vom Baustoffmangel war Anfang April zum Glück noch nicht viel zu spüren und somit begann für uns die Zeit in der palettenweise Holzfaserdämmung, OSB Platten, Holz für Zwischenwände, Böden, Terrasse, Unterkonstruktionen und Fassade angeliefert wurden.
Am Anfang standen die Dämmarbeiten, die wir uns durch die Wahl des Dämmaterials deutlich erleichterten. Ohne Masken oder Handschuhe steckten wir die 8-20cm dicken Holzfaserplatten in jedes einzelne Gefach von Wand und Decke. Auf die Dämmung folgte die heikle Schicht der Dampfbremse, wobei wir an die Wände OSB Platten nagelten und auf der Decke eine Folie für diese Funktion befestigten. Für die luftdichte Verklebung von Platten und Folie sorgen über 500 Meter Dichtungsbänder. Nach der Verlegung von Wasser- und Elektroinstallationen sowie der Zellulose- Einblasdämmung des Bodens musste die dampfdichte Ebene sorgfältig geprüft und ausgebessert werden. Auch im Außenbereich mussten zeitgleich hunderte Meter Dichtbänder verarbeitet werden.

DER AUFBAU MACHTS

Mit Strom und Wasser im Haus ging es schließlich auch an die Installationsarbeiten, bei denen wir glücklicherweise nur Nebendarsteller waren. Jede Menge Leerschläuche und Wasserrohre später machten wir uns erneut an die Dämmarbeiten, diesmal mussten auch noch alle Installationen ausgenommen werden. Für die Beplankung der Wände mit Gipskartonplatten wurde eine Holzunterkonstruktion geschaffen, während die geplanten Lehmwände mit speziellen Install-Platten bestückt wurden. Die Arbeiten schienen zu diesem Zeitpunkt endlos, auf eine Schicht folgte immer eine weitere. Und das Schlimmste stand kurz bevor - der Trockenbau. Wir verloren komplett aus den Augen, dass wir uns um Fachleute hätten kümmern sollen und damit lag es an uns selbst die nächsten Wochen alle Gipskartonplatten anzubringen und zu bearbeiten. Nicht immer gelang uns der Spagat zwischen Material- und Produktrecherche, Bestellungen, Planung, Koordination und Baustellenarbeit. Mit dem Trockenbau entstanden aber auch die Lehmwände - zweischichtig aufgetragen und mit einem Glasgewebe verstärkt sind die naturfarbenen Wände ein besonderes Highlight in fast jedem Raum. Mit Außnahme der Lehmwänden gab es so gut wie keine Arbeiten, die eine Trocknung benötigten - kein Beton, kein Estrich, kaum Fliesen und Putz.

Auch der Bodenaufbau war nochmal Schichtarbeit. Aus den Polsterhölzern mussten alle Leitungen und Schläuche ausgenommen, sowie eine Trittschalldämmung an deren Unterseite angebracht werden. Die Hölzer selber blieben frei und sorgen mit ihrer schwimmenden Verlegung für die Entkopplung von Holzboden und Konstruktionsebene. Wir errinnern uns zwar gerne an die Zeit im Wohnmobil, sind aber auf Dauer gesehen froh über das Gefühl eines stabilen, ruhenden Gebäudes unter unseren Füßen. Zwischen die Polsterhölzer kam eine mineralische Schüttung und darauf ein einfacher Lärchen-Schiffboden. Endlich gab es eine ebene Oberfläche, auf der man sich sicher und stolperfrei bewegen konnte.